Arm, aber exzellent

Berlin bleibt am Ball. Bei der zweiten Runde um die Exzellenzförderung haben alle drei Berliner Unis gute Chancen.

Vor gut drei Jahren wurde von der Bund-Länder-Kommission beschlossen, dass die Exzellenz im Wissenschaftsbereich gestärkt werden müsste. Am 12. Januar dieses Jahres fiel nun aufgrund der Antragskizzen für die zweite Runde der „Exzellenzinitiative“ die Entscheidung, welche Hochschulen überhaupt Vollanträge stellen dürfen. Mit ausgewählt wurden auch drei Berliner Universitäten.

Die Humboldt-Universität hat dabei den größten Erfolg verbucht. Sie kann in allen der drei Förderlinien „Exzellenzcluster“, „Graduiertenschulen“ und „Zukunftskonzepte“ die meisten Ideen weiter ausbauen und somit „… Humboldt ins 21. Jahrhundert übersetzen“. Auch die Freie Universität hat sich in den drei Förderlinien gegen die Konkurrenz durchgesetzt. Die „internationale Netzwerkuniversität“ hat aber in der Summe drei Projekte weniger im Rennen als die HU. Die Technische Universität konnte dagegen nur im Bereich „Exzellenzcluster“ mit zwei Antragsskizzen überzeugen. Doch letztendlich zählt, dass Berlin immer noch mit 15 von insgesamt 92 Vollanträgen am Ball bleibt.

 

Dank der „Exzellenzinitiative“ sollen am Ende „… Leuchttürme der Wissenschaft in Deutschland entstehen, die auch international ausstrahlen.“ Das dafür benötigte Geld trägt zu 75 Prozent der Bund, den Rest muss das Bundesland übernehmen. Das machte die Ausgangsposition der Berliner Bewerber natürlich nicht gerade leichter. Nicht ohne Grund bezeichnete der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit Berlin einst als „arm, aber sexy“! Laut Tagesspiegel hieß es in den internen Gutachten der „Exzellenzinitiative“, dass in Berlin „… besondere Risiken in der Unsicherheit langfristiger finanzieller Unterstützung durch das Land“ bestünden. Zum Glück konnten diese Bedenken aber beseitigt werden.

Nachdem die drei Berliner Universitäten die erste Auswahlhürde erfolgreich genommen haben, müssen sie nun bis Mitte April 2007 die ausformulierten Anträge einreichen, über deren Förderung der Bewilligungsausschuss für die „Exzellenzinitiative“ am 19. Oktober 2007 nach weiteren Begutachtungen entscheiden wird. Die Hoffnungen sind groß, denn in der ersten Runde der Bewerbungen um die Exzellenzförderung konnte nur die FU einen Teilsieg erringen.

Weitere Informationen:
Bundesministerium für Bildung und Forschung: www.bmbf.de/de/1321.php
Exzellenzinitiative an der FU: www.fu-berlin.de/exzellenzinitiative
Exzellenzinitiative an der HU: www.exzellenz.hu-berlin.de
Exzellenzinitiative an der TU: www.tu-berlin.de/presse/doku/exzellenzinitiative

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