Vom Studenten zum Kunden

unicheck.de will sich kri­tisch mit der Ver­wen­dung von Stu­di­en­ge­büh­ren beschäf­ti­gen, dabei aber gleich­zei­tig deren Akzep­tanz erhö­hen.

In Berlin gibt es bis­lang keine Stu­di­en­ge­büh­ren. In vielen Bun­des­län­dern sieht das anders aus. Die Stu­die­ren­den müssen dort tief in die Tasche grei­fen: Bis zu 500 Euro wird an all­ge­mei­nen Stu­di­en­ge­büh­ren gezahlt. Auf der Inter­net­seite www.unicheck.de wird das zum Anlass genom­men, um die Stu­die­ren­den zu fragen: „Was macht Deine Uni mit Deinem Geld?“

Auf der Inter­net­seite können Stu­die­rende dar­über abstim­men, was mit ihrem Geld pas­sie­ren soll: Als zah­len­der Kunde hast Du ein Recht darauf mit­zu­be­stim­men, was Deine Uni mit Deinem Geld macht! Es geht nicht mehr darum, sich Wissen anzu­eig­nen und sich kri­tisch mit seiner Umwelt aus­ein­an­der­zu­set­zen; statt­des­sen wird die Uni zum Dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men. Dort bedeu­tet Mit­be­stim­mung: Der Geld­beu­tel ent­schei­det. Die Stu­die­ren­den­ver­tre­tun­gen und andere stu­den­ti­sche Gre­mien blei­ben dabei auf der Strecke. 

Unicheck.de dient aber auch als Akzep­tanz­be­schaf­fungs­maß­nahme für Stu­di­en­ge­büh­ren. Wir dis­ku­tie­ren nicht mehr, ob Gebüh­ren oder nicht, son­dern jetzt sind sie da, und wir schauen, was wird mit Eurem Geld gemacht. Wenn man jetzt auf einmal mit­ent­schei­den darf, sieht man die Frage nach Stu­di­en­ge­büh­ren aus einem ande­ren Blick­win­kel. Miss­stände an deut­schen Unis werden ange­pran­gert es gibt schließ­lich genug und werden instru­men­ta­li­siert um Stu­di­en­ge­büh­ren zu recht­fer­ti­gen. Woher soll sonst das Geld genom­men werden? 

Auch wenn die Macher von unicheck.de schrei­ben, es han­dele sich um ein Pro­jekt von Stu­den­ten für Stu­den­ten Idee und die Finan­zie­rung kommen von der “Initia­tive Neue Soziale Markt­wirt­schaft” (INSW). Diese Orga­ni­sa­tion wird von den Arbeit­ge­ber­ver­bän­den der Metall- und Elek­tro-Indus­trie finan­ziert und ver­tritt markt­ra­di­kale Posi­tio­nen. So auch beim Thema Stu­di­en­ge­büh­ren: “Studien­gebühren können eben­falls einen heil­sa­men Wett­be­werb zwi­schen den Hoch­schu­len zum Wohl der Stu­den­ten und der Hoch­schul­land­schaft entfachen.” 

Der Verein „Lob­by­Con­trol“ kri­ti­siert, wie die Wirt­schaft durch solch intrans­pa­rente Pro­jekte ver­sucht, die öffent­li­che Mei­nung zu beein­flus­sen. Ob dies gelingt, bleibt abzu­war­ten. Im Moment ist die Mehr­heit der Stu­die­ren­den noch gegen Studiengebühren.

Wei­tere Infor­ma­tio­nen:
uni­check: www.unicheck.de