Gemeinnutz für alle

Als ich neun Jahre alt war, ging ich mit meinen Eltern durch einen großen Bahnhof, dachte mir so dies und das, als mich plötzlich ein ausgemergeltes Kindergesicht mit unglaublich großen Augen von einem Plakat anstarrte. Die Überschrift schrie nur Hungerhilfe, Pate werden und Spendenkonto, doch mein einziger Gedanke war: Wie kann ich beim Abendessen meine Wurststulle unbemerkt vom Brettchen verschwinden lassen und direkt in das Dorf des Jungen schicken?

Unter dem Motto „Was nützt das Gute in Gedanken??“ findet vom 3. November bis zum 8. Dezember der BruttoSozialPreis (BSP), der deutschlandweit einzige Nachwuchswettbewerb im Bereich Sozialmarketing statt. In seinem vierten Jahr sind die teilnehmenden Studierenden aufgerufen, mit ihrem theoretischen Wissen und persönlichen Engagement die Arbeit von Non-Profit-Organisationen (NPOs) in Deutschland zu unterstützen.

Laura Kroth und Martina Mahnke wollen mit frischen Ideen den Bruttosozialpreis über Berlin hinaus bekannt machen.

Das diesjährige Projektleitungsduo hat ein paar Änderungen vorgenommen, die den BSP mit frischen Ideen über die Berliner Stadtgrenzen hinaus bekannt machen sollen. Um die Wettbewerbsbeiträge vergleichbarer zu gestalten, werden dieses Jahr alle Kampagnen für Transparency International?g konzipiert. Die gemeinnützige NPO hat sich dem internationalen Kampf gegen Korruption verschrieben. Am 8. Dezember, einen Tag vor dem weltweiten Antikorruptionstag, werden die Ergebnisse einer fachkundigen Jury präsentiert.

Im Rahmen professioneller Workshops am 3. und 4. November entwickeln die Studierenden zusammen mit Experten aus der Kommunikationsbranche und den NPO-Vertretern Kurzkonzepte für andere teilnehmende NPOs. Dies können PR-Konzepte sein, Spendenkampagnen oder kreative Ideen zur Wertschätzung der eigenen ehrenamtlichen Mitarbeiter. Die praktische Erarbeitung konkreter Problemstellungen im Dritten Sektor sowie der ehrenamtliche Einsatz aller Beteiligten des BSP lässt ein Netzwerk für Wissenstransfer entstehen, das der Nachwuchsförderung dient.

Das sehen die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Heidemarie Wieczorek-Zeul und die Bundesbildungsministerin Annette Schavan genauso und wirken als Schirmherrinnen des diesjährigen Wettbewerbs: Die Kombination aus Nachwuchsförderung und Praxisnähe böte einen guten Start ins Berufsleben.

Letztens lief ich wieder einmal ziellos durch Berlin, da sah ich eine Litfasssäule, die ein besonderer Aufkleber zierte. Es war eine Gedankenblase, die sagte: „Wie kommt mein Butterbrot nach Afrika??“ mit Verweis zum BSP 2007.

Weitere Informationen: