Super-Uni? Superstiftung!

Die geplante Tochtereinrichtung der Berliner Unis fordert alle Seiten zu einem Konditionswettbewerb.

Sowohl Jürgen Zöllner als auch die Berliner Universitäten beweisen Ausdauer, wenn es um die eigenen Interessen geht. Beide wollen in dem Konflikt um die Förderungseinrichtung für Spitzenforscher nicht klein beigeben.

Vor etwa einem Jahr offenbarte der Berliner Bildungssenator Pläne für die sogenannte Super-Uni. Diese sollte unter der Schirmherrschaft der vier Universitäten und der vier großen Forschungseinrichtungen Berlins stehen und die „besten Wissenschaftler Berlins“ mit den „Topwissenschaftlern der Welt“ zusammenbringen. War zuvor noch im Zuge der Sparpläne des Landes Berlin die Rede von einer Zusammenlegung der Humboldt Universität und der Freien Universität gewesen, sollte nun sogar eine weitere Universität im weitesten Sinne ins Leben gerufen werden. Während der Bund das Anliegen Zöllners unterstützte, lehnten die Präsidenten der Hochschulen die Einrichtung der neuen Institution ab. Während die HU verhalten von einer „großen Herausforderung“ sprach, sagte der Präsident der FU einfach: „Berlin braucht keine Super-Uni. Berlin hat drei Super-Unis.“ Der Gegenwind für Zöllners Vorschlag begründete sich unter anderem darin, dass die Berufungen der neuen Einrichtung ohne Einfluss der universitären Gremien stattfinden und so flexibilisiert werden, sich aber gleichzeitig dem Zugriff der Universitäten entziehen sollten.