Mai 2010

Editorial Mai/Juni 2010: Unisex für alle

„Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen“, wusste schon Loriot. Dass Männer und Frauen aber gern zusammenpassen würden, lehrt die Alltagserfahrung. Aus dem Alltag wissen wir ebenfalls, dass es mehr als nur Männer mit Interesse an Frauen bzw. Frauen mit Interesse an Männern gibt.

Die Palette der sexuellen Interessenlagen und Identitäten ist so vielfältig, dass man schnell den Überblick verliert – oder in Gefilde gerät, von denen man keine Details erfahren möchte. Aber gehört es im Sinne einer tatsächlichen Gleichberechtigung nicht dazu, andere Interessen ernstzunehmen und unabhängig von diesen Entscheidungen zu treffen?

Seien wir ehrlich, im Alltag nehmen wir andere Menschen auch und vor allem über ihr Geschlecht wahr. Peinlich und sexis­tisch wird es erst dann, wenn wir über die erste Wahrnehmung nicht hinausgelangen – wenn wir über diese erste Wahrnehmung nicht hinausgelangen wollen. Unsere Unterschiede lassen uns zu Individuen werden, die Vision einer geschlechtslosen – unisexen – Welt erschreckt eher. Und die andere Bedeutung von Unisex kann ihren eigenen Reiz entfalten.

Euer spree-Team.

Der Inhalt

Politik/Studieren

[Interview] TU-Präsident: Mit Spaß in die Uni
[Interview] HU-Präsident: Abschied ohne Reue
[Wissenschaftsjahr] Termine
[Bildungsproteste] Schwerer Stand
[Studienstatistik] Schwerer Weg
[Präsidentenwahl] Schwere Wahl
[Semesterticket] Entschädigung fürs S-Bahn-Chaos

Thema: Unisex für alle

[Unisex] Unisex für alle
[Interview] Psychologe: Der kleine Unterschied
[CSD] Pompös, plüschig, politisch
[Sex in der Uni] Mythos Unisex
[Vornamen] Sag mir, wie du heißt
[Verlosung] Gib Gummi
[Lexikon] Androgynität bis Unisex

Karriere

[Workshop] Praxistest
[Kolumne] Chancen der Gleichheit
[Praktikum] Auf der Welle
[Ratgeber] Ausgeschlafen in den Hörsaal
[Geisteswissenschaften] Chancen für ein „Auslaufmodell“
[Karriere] Chancen trotz Krise
[Changemaker] Mit Elan

Stadtleben

[Musik] Scouting for Girls
[Kino] „The Age of Stupid“, Filmreihe „Schräge Filme“
[Kabarett] Bernd Begemann
[Poesie-Festival] Moderne Poeten in der Stadt

Und natürlich: die Verlosung.

Die Ausgabe als PDF-Datei herunterladen.

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17. Mai 2010

Genug gejammert!

[Kabarett] Begemann live; Infos und Tickets: www.wuehlmaeuse.de

Bernd Begemann schenkt der Welt ein musikalisches Konjunkturpaket. „Ich erkläre diese Krise für beendet“, lässt Begemann uns wissen und zeigt sich geradezu verschwenderisch mit großen Gefühlen, wunderschönen Melodien und schonungslosen Betrachtungen.

Dabei zeigt sich, warum der Hamburger seit Jahren unerreichter Meister seines eigenen Genres ist: Er erzählt von Sehnsucht und Schmerz und berührt kein einziges Klischee, er lässt Chöre singen und Glockenspiele klingeln und versinkt nicht ansatzweise im Kitsch, er textet sinnige Zeitgeist-Kommentare und gefühlvolle Lyrik und wirkt nie affig. Daneben erscheint das allermeiste an deutscher Popmusik schlicht wie abgeschmacktes Kunsthandwerk oder billige Konfektionsware. Am 16. Juli kann man dem Meister bei den Wühlmäusen huldigen.

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17. Mai 2010

Gewaltig schön

[Filmreihe] www.babylonberlin.de/schraegefilme.htm; jeden Mittwoch, 21.30 Uhr, Kino Babylon

Wer Abseits von Hollywood, deutschen Komödien und Programmkino Film-Alternativen sucht, sollte sich mittwoch­abends im Kino Babylon (Mitte) einfinden. Die „Freunde des schrägen Films“ wühlen regelmäßig in den dunkelsten Ecken der Filmgeschichte und kreieren illustre Filmreihen mit amerikanischen Monstern oder Gitarre spielenden Zombies, die gegen Nazis in den Kampf ziehen.

Bis Mitte Juni wird es böse, ganz böse, denn unter dem Titelthema „Bad Girls Go To Hell – Böse Mädchen in bösen Filmen“ kann man sich über rachsüchtige Klosterschülerinnen („Junge Mädchen zur Liebe gezwungen“, 26. Mai) freuen oder Aufständen in Frauenbesserungsanstalten beiwohnen („so young, so bad“, 2. Juni). Wer auf harte Frauen steht und Filme schätzt, die garantiert in keinem gut sortiertem Videothekenregal auftauchen, ist hier frei nach dem Motto „Sex, Gewalt und gute Laune“ bestens aufgehoben. Die Sleaze- und Exploitation-Granaten, die jeden Mittwoch aufgetischt werden, würden auch Pulp-Meister Tarantino den Mund wässrig machen.

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17. Mai 2010

Zeitalter der Dummheit

[Film]„The Age of Stupid – Warum tun wir nichts?“; Regie: Franny Armstrong; Darsteller: Pete Postlethwaite; 90 Minuten; Start: 3. Juni

„The Age of Stupid“ ist Regisseurin Franny Armstrongs Weckruf an die Menschheit, endlich die drohende Klimakatastrophe aufzuhalten. Die Titelfrage bleibt im Film unbeantwortet: „Warum tun wir nichts?“ Vielleicht soll sich das gerade der untätige Zuschauer überlegen, der nach der eindringlichen Vorführung bedrückt im Kinosessel sitzt.

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17. Mai 2010

Moderne Poeten in der Stadt

[Poesie-Festival] Dass Lyrik lebt, beweisen vom 4. bis 12. Juni Dichter aus dem Mittelmeerraum und Deutschland. Sie bereichern die Stadt mit dem „Poesiefestival Berlin 2010“. Mit dabei ist auch Julia Trompeter, Doktorandin an der FU.

„Und auf der Weiterfahrt nichts als Glaskörperpingong im Auge, ich fuhr tagblind bis Berlin.“ Julia Trompeter hielt mit ihrem Zug gerade in Hildesheim, als ihr diese Zeilen einfielen.

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17. Mai 2010

Praxistest

In der StudiMedien-Frühjahrsakademie lernen Nachwuchsjournalisten Tricks und Techniken von denen, die es schon geschafft haben. [...]

17. Mai 2010

Chancen der Gleichheit

[Kolumne] Der Begriff „Unisex“ ist in unserem Sprachgebrauch angekommen. So wie viele englische Wörter benutzen wir auch diesen Begriff, ohne uns viele Gedanken zu machen. Aber wofür steht „Unisex“ eigentlich?

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17. Mai 2010

Auf der Welle

Die Deutsche Welle ist der deutsche Auslandsrundfunk. Bei DW-TV in Berlin kann man als Praktikant für ein oder zwei Monate hinter die Kulissen schauen und in einer der fünf Redaktionen mitarbeiten. [...]

17. Mai 2010

Chancen trotz Krise

[Karriere] Die Krise kann Angst und Bange machen. Man kann sie jedoch auch bewusst als Chance sehen und sogar seine Berufsaussichten verbessern.

Als in den USA 2007 die Immobilienblase zerplatzte, weil unter anderem zahlreiche amerikanische Kleinanleger die Kredite ihrer Häuser nicht mehr bezahlen konnten und die US-Bank Lehman Brothers schließlich Insolvenz anmelden musste, waren die Folgen enorm. Die Immobilienkrise mutierte zur Finanzkrise, von der die Realwirtschaft nicht verschont blieb und sich anschließend zur globalen Wirtschaftskrise ausbreitete.

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17. Mai 2010

Mit Elan

[Changemaker] Soziales Engagement schmückt nicht nur den Lebenslauf, sondern vermittelt auch wichtige Kompetenzen.

Ob Zeitknappheit, mangelnde Vernetzung, fehlende Mitstreiter oder eigene Probleme – die Gründe, warum sich wenige Jugendliche sozial engagieren sind zahlreich. Aus diesem Grund soll Potsdam die erste „Changemaker City“ werden. Ziel ist nicht ein bestimmtes Thema wie Umweltschutz oder Drogen-Prävention. Die Ashoka Jugendinitiative will in Potsdam für eine bessere Engagementlandschaft sorgen. Viele junge Leute würden sich gern ehrenamtlich für die Gesellschaft engagieren, doch Hemmschwellen halten die meis­ten von ihnen ab. Einige bringen sich aus Überzeugung und dem Wunsch, ihre Stadt und Gesellschaft mitzugestalten, bereits ein.

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17. Mai 2010

Unisex für alle

Das Menschengeschlecht mag Zweiergruppen: Männer und Frauen, gut und schlecht, hetero und homo. Tertium non datur. Ein Drittes darf es nicht geben. Doch bei genauem Hinschauen zerfällt die Illusion der eindeutigen Kategorien. [...]

17. Mai 2010

Der kleine Unterschied

[Interview] Männlein oder Weiblein? Warum ist das so eine wichtige Frage? Wir sprachen mit dem Sextherapeuten und Psychologen Robert Anandes Coordes

Wieso sind geschlechtliche Rollenverständnisse noch so ausgeprägt?
Wir sind alle sozialisiert und wachsen mit ganz bestimmten Werten und Normen auf. Frauen sind Töchter von Müttern, und Männer haben als Söhne gewissermaßen ein geschlechtliches Bild geerbt. Die moderne Hirnforschung sagt: Auf dem einen Geschlechtschromosom sind so wenig Gene codiert, dass Männer und Frauen genetisch gar nicht so unterschiedlich sind. Wir starten mit einer sehr ähnlichen Grundausstattung und entwickeln viele unserer Merkmale dann im Laufe unserer Sozialisation.

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17. Mai 2010

Pompös, plüschig, politisch

[CSD] Jeden Sommer zieht ein bunter Zug durch Berlin. Die CSD-Parade ist trotz des Spektakels eine politische Veranstaltung. Das Motto 2010: „Normalität / Normativität – Normal ist anders“.

Bunt und laut wird es am 19. Juni in Berlin zugehen. Dann heißt es wieder Abmarsch für mehrere Tausend Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender. Der Christopher Street Day 2010 – kurz CSD genannt – ist dann offi­ziell eröffnet. Die queere Bewegung feiert und demonstriert für ihre Rechte, gegen Diskriminierung und Ausgrenzung.

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17. Mai 2010

Mythos Uni-Sex

Geschlechtspartner an der Alma Mater finden ist nicht schwer. Beziehungen zu knüpfen schon, denn Studenten sind zu schlau. [...]

17. Mai 2010

Lexikon

Androgynität: von griech. andro (Mann) und gyn (Frau). Menschen, deren sekundäre Geschlechtsmerkmale schwach ausgeprägt sind, und die deshalb nicht als eindeutig männlich oder weiblich wahrgenommen werden. Kleidung und Verhalten können dies unterstreichen. Berühmte Beispiele: Boy George, Annie Lennox und David Bowie.

 

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17. Mai 2010

Sag mir, wie du heißt

Namen gehören zu unserer Identität. Sie müssen jedoch auch behördlichen Erfordernissen genügen. Daher drücken unsere Vornamen auch unser Geschlecht aus. Aber nicht alle Namen sind so eindeutig wie Peter und Anna. [...]

17. Mai 2010

Nichtakademiker-Kinder an die Uni

Nur 24 von 100 Nichtakademiker-Kindern trauen sich an die Hochschule. Damit bestätigt die jüngste Sozialerhebung zur wirtschaftlichen und sozialen Situation der Studierenden in Deutschland, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Deutschen Studentenwerk in Auftrag gegeben wurde, den langjährigen Trend. Im Gegensatz dazu studieren von 100 Kindern aus akademischen Elternhäusern fast dreimal so viel. [...]

17. Mai 2010

Berliner Hochschulen: Protest und Streik

Die Bildungsprotestler treffen sich Mitte Mai zu ihrem bundesweiten Vernetzungstreffen in Darmstadt. Wie bei den vorigen Treffen werden die Wirkungen überschaubar bleiben. Aber für den 9. Juni ist eine bundesweite Demonstration angekündigt. [...]

17. Mai 2010

Abschied ohne Reue

Die Humboldt-Universität hat einen neuen Präsidenten gewählt. Das Amt hat seine Tücken, weiß Amtsinhaber Christoph Markschies und berichtet davon im Interview. [...]

17. Mai 2010

Mit Spaß in die Uni

Ein frischer und lebendiger Wind weht durch die Technische Universität Berlin. Wir sprachen mit dem neuen TU-Präsidenten Jörg Steinbach. [...]

17. Mai 2010

In medias res

Kurzmitteilungen: Studieren mit Familie, Nächste ProFil-Runde, Matheon, Grimm-Zentrum für HU-Studenten, FU-Alumni-Netzwerk, FU-Internetseite, TU-Campus in Ägypten, Umfrage unter UP-Studenten [...]

17. Mai 2010