Juni 2010

Editorial Juli/August 2010: Auszeit

Die Sommerzeit ist nicht die Zeit der großen intellektuellen Regungen. Sie begann mit der Fußball-WM und geht mit der Sommerpause von Politik und Kultur, Sauregurkenzeit oder Sommerloch genannt, weiter. Studenten werden für ihren Anspruch auf Urlaub gern angefahren. Wovon denn Auszeit nehmen? Dabei bedeutet es nichts anderes, als die Zeit anzuhalten, den normalen Kreislauf zu unterbrechen, laut „Stopp!" zu rufen und tief durchzuatmen. Gönnt man sich die Pause nicht hin und wieder, zieht die Zeit noch viel rasanter vorbei und letztlich folgt das K.O.

Die Semesterferien sollten also für eingehendes Innehalten genutzt werden. Ob am Strandbad die Seele baumeln zu lassen oder sie auf dem Festival rauszutanzen – die Auszeit vom Normalen ist gesund. Man sammelt Erfahrungen abseits des Hörsaals und beschäftigt sich mit ganz praktischen Dingen wie Bierdeckelweitwurf unter eingeschränkter Zurechnungsfähigkeit.

Mit frischem Kopf kann man im Oktober in die nächste Lernphase starten, konzentriert im Kreislauf schwimmen, um Ende des Jahres wieder auszubrechen. So haben wir die Hoffnung, dass die Politiker nach der Pause bessere Konzepte und die Theater ein innovatives Programm auf der Bühne haben – und wir Studenten versuchen wieder, die Welt zu verstehen und besser zu machen.

Euer spree-Team.

Der Inhalt

Politik/Studieren

[Förderung] Mehr Geld für viele
[Bildungsproteste] Protestflaute
[Klimakonferenz] Nach Bonn radeln
[Archiv der Jugendkulturen] Jugendkulturen auf der Spur

Thema: Auszeit

[Auszeit] Semesterumstellung
[Auszeit nötig] Mal Pause machen
[Studieren mit Kind] Freie Zeit für Nachwuchs
[Hochschulsport] Sport frei
[Fernbeziehungen] Lust und Frust der Ferne
[Interview] Partnerpause
[A–Z] Auszeit

Karriere

[FU-Npreneur] Lenkertrunk
[Kolumne] Zwischen Theorie und Praxis
[Journalismus] Medien in der Krise
[Design-Weimar] Eine Schule feiert
[Jubiläum] Wir sind jetzt
[Referendariat] Ruanda ruft
[Bewerbung] Auszeiten im Lebenslauf

Stadtleben

[Digital] Revolution im Din-A4-Format
[Film] 80er-Retro-Kino, „Me too"
[Musik] „The Weakerthans", „The Dukes of Windsor"
[Literatur] Japans Kulturgüter
[Berlin Festival] Der Charme des Laienhaften

Und natürlich: die Verlosungen, u. a. ein ACER-Netbook mit Windows 7.

Die Ausgabe als PDF-Datei herunterladen.

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11. Juni 2010

Der Charme des Laienhaften

[Berlin Festival] Das Berlin-Festival ist der krönende Abschluss der ersten Berlin-Music-Week. Es gilt als eine der heißen Adressen für spannende Neuentdeckungen.

Spätestens im vergangenen Jahr war es soweit: Weltweit sind die Plattenbosse und Musikmanager von stillen Jammern zum offenen Wehklagen übergegangen. Die Branche setzt zu wenig um. Selber Schuld sagen viele und das nicht zu unrecht. Man hatte das Internet lange als Markt vernachlässigt, und so wurden die vielen illegalen Downloadforen zur Bedrohung für eine ganze weltweit operierende und nach wie vor milliardenschwere Industrie. Eine Industrie in der ein Künstler mittlerweile nur noch ein „Signing" genannt wird und Bands am Reißbrett geplant werden. Einzig mit Konzerten lässt sich noch für alle Beteiligten gutes Geld verdienen.

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11. Juni 2010

Japans Kulturgüter

Haruki Murakami und Banana Yoshimoto sind die Helde der japanischen Gegenwartsliteratur - nicht ohne Grund. Wie ein guter Manga drücken sie alle Themen ihren eigenen Stempel auf. [...]

11. Juni 2010

Musikrotation

[Musik] The Weakerthans – Live at the Burton Cummings Theatre, bereits erschienen

Überzeugend live: Wenn man die Weakerthans einmal liebgewonnen hat, wird man sie nicht so schnell wieder loslassen. Allerdings zeigt sich der wirkliche Wert einer Band erst beim Live-Konzert. Können sie überhaupt spielen, und springt der Funke auch zum Publikum über? Letzteres ist wohl das Schwerste überhaupt bei einem Konzert. Aber die Post-Punk-Rocker mit Folkattitüde aus Winnipeg (Kanada) schaffen das mit einer Leichtigkeit und Unbeschwertheit, die wenige Künstler haben. Der Beweis ist ihr Album „Live at the Burton Cummings Theatre", auch eine DVD gibt es dazu, die das Live-Konzert zeigt. Live-Alben sind heute selten geworden, und den Weakerthans ist eines der besten der vergangenen Monate gelungen.

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The Dukes of Windsor – It's A War

Rock-Pop-Fusion: Fünf Jungs aus Australien lernen sich in Windsor kennen und gründen eine Band. Bis zu diesem Moment glaubte man eigentlich, dass Rock und Pop nicht auf unpeinliche Weise verschmelzbar sind. Die Dukes of Windsor schaffen auf ihrem dritten Album aber nicht nur das, sondern sie sorgen auch dafür, dass das Ganze melodisch und tanzbar ins Ohr geht und dennoch seinen unverbrauchten Indie-Charme behält. Hut ab!

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11. Juni 2010

Anderssein

[Film] Me Too – wer will schon normal sein? Regie: Antonio Naharro; Mit: Pablo Pineda, Lola Duenas; Start: 5. August 2010

Daniel hat nach seinem Diplom endlich einen Job, hält sich mit Fitness-Übungen in Form, und plötzlich fehlt nur noch die richtige Frau. Das einzige Problem, das es gibt, formuliert sein Bruder recht treffend „Keine Frau mit 46 Chromosomen wird sich jemals in dich verlieben". Denn Daniel hat das Down-Syndrom, wünscht sich normal zu sein, nicht ausgegrenzt zu werden und eine Frau fürs Herz zu finden.

Auftritt: Laura, die rebellische, blonde Mitarbeiterin aus Madrid, verdreht nicht nur Daniel den Kopf, doch nach einem Ausflug an den Strand kommt sich das Paar näher. Detailreich, intelligent und oft urkomisch zeichnet Regisseur Antonio Naharro ein dokumentarisches Bild über die Facetten eines Lebens mit Down-Syndrom. Von überfürsorglichen Eltern, über gesellschaftliche Ausgrenzung bis hin zu engstirnigen Prolls, die Daniel nur als Kleinkind wahrnehmen, ist der Zuschauer Zeuge eines aufregenden Alltags, den der Eröffnungsfilm des diesjährigen Filmfests München blendend in Szene setzt.

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11. Juni 2010

80er-Retro-Kino

[Film] Das A-Team, Start: 12. August; Mit: Liam Neeson, Jessica Biel; The Expandables, Start: 26. August; Mit: Sylvester Stallone, Mickey Rourke, Arnold Schwarzenegger; Hot Tub, Start: 7. Oktober; Mit: John Cusack, Crispin Glover; Karate Kid Start: 22. Juli; Mit: Jaden Smith, Jackie Chan

Für die einen grausam bunte Mode und nervtötende Synthesizer-Musik, schwören die anderen auf das vergessene Kino und TV-Programm der Achtziger. Vergessen? Vielleicht gab es eine kleine Auszeit, doch das Jahrzehnt blüht auf der großen Leinwand wieder voll auf. Hier kann man demnächst nicht nur wuchtige Explosionen mit dem „A-Team" erleben, dem „Karate Kid" nach China folgen, die komplette Actionstar-Riege von damals in einem Film bewundern („The Expandables"); „Hot Tub Time Machine" katapultiert einen sogar auf einen extrem spaßigen Trip direkt in die Vergangenheit, samt klobigen Kassettenspielern und Typen in „Miami Vice"-Shirts.

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11. Juni 2010

Revolution im Din-A4-Format

Mit dem iPad präsentierte Apple ein Gerät zwischen Mobiltelefon und Computer. Gerade seine vermeintliche Beschränkung lässt es zum nützlichen Begleiter im digitalen Alltag werden. [...]

11. Juni 2010

Lenkertrunk

[FU-npreneur] Radfahren und gleichzeitig Kaffee schlürfen? Vier Studenten wollen eine Halterung für Kaffeebecher vermarkten.

„Für alle Kaffee-Junkies, Tee-Tussis oder Kakao-Schnuten, die es gerne auf dem Fahrrad tun." Ein flotter Spruch für flotte Radler. Das Flugblatt auf Hochglanzpapier wirbt für eine Halterung, mit der man seinen Getränkebecher am Fahrrad anbringen kann. Coffee to ride statt Coffee to go – die Idee wurde von vier Studenten aus Berlin und Potsdam ersonnen.

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11. Juni 2010

Medien in der Krise

[Journalismus] Gerade in Krisengebieten haben Journalisten eine besondere Verantwortung. Die „Youth Media Makers" setzen sich mit diesen speziellen Bedingungen auseinander.

Informationen sind der Zugang, der Schlüssel zum Verstehen der Ereignisse. Jeden Tag passiert so viel, das mal mehr, mal weniger Einfluss auf unser Leben hat. Welche Ereignisse geschehen sind, welche Bedeutung wirtschaftliche oder politische Entscheidungen auf unseren Alltag haben, welche Ereignisse mit welchen Entscheidungen in Zusammenhang stehen – darüber informieren Journalisten und bestimmen so unseren Blick auf die Welt wesentlich mit.

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11. Juni 2010

Bauhaus: Eine Schule feiert

Die Bauhaus-Universität Weimar begeht ihr 150-jähriges Bestehen. Praxisorientierte Bachelor- und Masterstudiengängen führen in die Zukunft. [...]

11. Juni 2010

Ruanda ruft

An den schwarzen Kontinent denken viele beim Thema Auslandsaufenthalt nicht. Doch dort gibt es viel zu lernen und zu erleben. [...]

11. Juni 2010

Auszeiten im Lebenslauf

[Bewerbung] Der Lebenslauf glänzt voller Praktika, Auslandsaufenthalte, Sprachkenntnisse und einem exzellenten Studienabschluss. Er wäre so toll, wenn da nur nicht diese Lücke wäre. Ob eine bewusste Auszeit nach dem Studium oder eine längere Phase der Jobsuche – wie verkauft man am besten eine Auszeit im Lebenslauf? Bei einer Lücke von vier bis sechs Wochen könne man sich getrost auf den letzten Job beziehen, wie der Bewerbungshelfer Gerhard Winkler betont. In der Regel schaue der Arbeitgeber darüber hinweg. Problematisch wird es, wenn das „Zeitloch" größer und größer wird. [...]

11. Juni 2010

Auszeit

Semesterferien sind keine Selbstverständlichkeit. Schon lange wird versucht, die Studienpausen zu vereinheitlichen. [...]

11. Juni 2010

Mal Pause machen

Auszeiten sind nicht nur Spaß und Freude, sondern wichtiger Lebensbestandteil. Wir verdrängen oft, dass unser Gehirn ein Wellness-Programm nötig hat. [...]

11. Juni 2010

Freie Zeit für Nachwuchs

Ein Baby erfordert nicht zwangsläufig eine große Auszeit vom Studium. Doch kleine Auszeiten zum Kennenlernen sind wichtig – für Mutter und Kind. [...]

11. Juni 2010

Sport frei

In einem gesunden Körper wohnt auch ein gesunder Geist. Sport gönnt dem Kopf ein paar wohlverdiente Pausen. [...]

11. Juni 2010

Auszeit A–Z

A wie Auszeit. Und damit beginnt es! Denn die Winterferien sind da und was ihr in den Semesterferien tun und lassen könnt, erfahrt ihr hier. [...]

11. Juni 2010

Lust und Frust der Ferne

[Fernbeziehungen] Fernbeziehungen geben beiden Partnern die Chance auf ein eigenes Leben. Die wenige gemeinsame Zeit gewinnt dadurch an Wert.

In der Berliner WG fing alles an. Aus Mitbewohnern wurde schnell mehr. Vier Jahre sind Heiko und Thessa jetzt ein Paar. Man lebt und liebt auf 25 Quadratmetern. Seit zwei Monaten liegt ein bisschen mehr Raum zwischen beiden – rund 500 Kilometer. Denn die angehende Redakteurin Thessa ist für eine Volontariatstelle ins Rheinland gezogen. Absolvent Heiko ist in einer Berliner Kommunikationsagentur fündig geworden. Seitdem sieht sich das Paar jedes zweite Wochenende.

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11. Juni 2010

Partnerpause

Wenn es in der Partnerschaft kriselt, legen Paare gern Auszeiten ein. Wir sprachen mit der Paartherapeutin Theresa Anneken. [...]

11. Juni 2010

Archiv der Jugendkulturen

Das 1998 gegründete Berliner Archiv der Jugendkulturen e. V. sammelt authentische Zeugnisse aus den Jugendkulturen und auch wissenschaftliche Arbeiten, Me­dienberichte und stellt sie der Öffentlichkeit in seiner Präsenzbibliothek kostenfrei zur Verfügung. [...]

11. Juni 2010

Nach Bonn radeln

[Klimakonferenz] Potsdamer Studierende sind 650 Kilometer zur Klimakonferenz geradelt. Unterwegs haben sie Protestbriefe gesammelt.

Am Morgen ist es bewölkt, immerhin kein Regen. Auf dem Potsdamer Luisenplatz haben sich knapp 20 Studenten versammelt. Heute soll die „Aktion Klimarad" beginnen. Die Umweltschützer wollen zu den Klimaverhandlungen in Bonn fahren – mit dem Rad. Rund 650 Kilometer liegen vor ihnen, zwei Wochen dauert die Tour. In zwölf Städten machen sie Halt, die Etappen sind bis zu 70 Kilometer lang.

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11. Juni 2010

Protest-Flaute

Am Bildungsstreik beteiligten sich weniger Studenten als im vergangenen Jahr. Grund für das schwächelnde Bildungsbündnis sind fehlende Konzepte und die geringe Mobilisierung. [...]

11. Juni 2010

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