Nach der Apokalypse

[DVD] Eines Nachts wacht er auf, neben seiner Frau. Der Himmel ist in apokalyptisches Feuerorange getaucht. Während seine Frau ungläubig im Ehebett sitzt, läuft der namenlose Protagonist ins Bad und lässt die Badewanne volllaufen. Das ist keine schlechte Entscheidung – so kurz vor dem Weltuntergang. „The Road“ scheint zunächst einer der üblichen Post-Apocalyptic-Movies zu sein: Der Familienvater wandert mit seinem Sohn durch die verbrannte Steppe. Es gibt böse Kannibalen, die Menschen wie Tiere halten, um diese dann zu essen. Wir haben zwielichtige Gestalten, von denen man nicht weiß, ob sie den beiden helfen oder sie fressen wollen. Dass aus „The Road“ kein leerer Genre-Film wurde, ist dem Buch von Cormac McCarthy („No Country For Old Men“) zu verdanken, das Kameramann Javier Aguirresarobe in stimmige Bilder packt. Auch Viggo Mortensen zieht die Zuschauer in den Bann. So schält sich die auch für uns wichtige Frage heraus: Warum gibt es noch menschliches Leben, wenn sogar schon die Erde tot ist?

Jan Lindenau
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kann sich nicht daran erinnern, jemals gesagt zu haben, dass er „irgendwas mit Medien machen will“. Ist trotzdem irgendwie Chefredakteur der spree geworden. Große Leidenschaft für Sprache, Literatur, Russland - und ja, Medien.

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