Artikel von Melanie Sauter

Neuer alter Sound

Ein Album, das einen trifft wie die Musik, die man immer kannte, aber nie benennen konnte. Seit fast drei Jahren ist The Gaslight Anthem im Untergrund unterwegs und nennt als Einfluss den New-Jersey-Sound von Bruce Springsteen oder Tom Petty. Doch es wäre vermessen, The Gaslight Anthem auf die Referenzen zu reduzieren. Man merkt, dass die Jungs durch die Schule des Live-Spielens gegangen sind. Songs, die Songwriter-mäßig beginnen, explodieren zu einem energetischen Punkrock-Angriff. Der ehrlichen Stimme von Sänger Brian Fallon nimmt man vorbehaltlos ab, dass er genau daher kommt, wovon er singt: von der Straße. Eine aufrichtige Platte mit Texten und Musik voll Bewusstsein für die eigenen Wurzeln.
Sollte ’59 tatsächlich so geklungen haben, brauche ich dringend eine Zeitmaschine, um mir noch mehr davon zu holen.
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14. September 2008

Unendlichkeit und mehr

Was darf man von einer Platte erwarten, die den Anspruch erhebt, auf riesigen JVC-Boxen gehört zu werden? Nach dem knapp Zehn-Minuten-Titeltrack mit eben ganz viel, bzw. hier und da etwas zu viel „Harmonia“ wartet ein spannendes Stück Musik. Live funktioniert das auf jeden Fall super. Als Plattenkonserve wirkt es etwas zu instrumental-pathetisch. Harmonia katapultiert den Hörer in unendliche Weiten, um mit Stücken wie „Too many Stars“ (durchaus dem Nicht-Fan-Ohr kompatibel) oder „1000 Yard Stare“ wieder auf der Erde zu landen, bei den musikalischen Wurzeln von Earthbend. Geht man mit der nötigen Offenheit und Geduld diese musikalische Reise an, wird man am Ende viel erlebt und zu berichten haben. [...]

14. September 2008