Weiße Weste

Ein Tropfen voll Wahrheiten

In Sanguine Veritas – Blutuntersuchungen verraten alles über einen Menschen. Schnell können Bewerber mit scheinbar Weißer Weste dabei ihr sauberes Image verlieren. [...]

9. Februar 2010

Flecken auf unseren Westen

Die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie sind alles andere als rosig: geringer Lohn, kaum Erholungszeiten und mangelnde Hygienestandards. Deswegen wirbt die „Clean Clothes Campaign“ für saubere Kleidung. [...]

9. Februar 2010

Mit fremder Feder

Blütenrein soll unsere akademische Karriere sein. Doch die Versuchung zum Plagiat ist groß. Wer kann ihr widerstehen? [...]

9. Februar 2010

Weiße Weste

[Im Profil] Selbstoffenbarung oder taktische Zurückhaltung? Die Art der Darstellung in der virtuellen Welt sollte bedacht gewählt werden.

Tim hat eine Weiße Weste. Virtuell stellt er sie stolz zur Schau: Drei Praktika und fünf Organisationen für ehrenamtliches Engagement sind auf seinem Facebook-Profil aufgelistet, dafür sind die Zeilen „Hobbys“ und „Beziehungsstatus“ leer. Fotos gibt es nur drei, allesamt Bewerbungsfotos mit unterschiedlichem Bildausschnitt.

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9. Februar 2010

Editorial Januar/Februar 2010: Weiße Weste

Weiße Westen sind anfällig. Ein Dreckspritzer aus der Pfütze im Straßengraben, eine unachtsam verschüttete Döner-Sauce oder ein kleiner Rotweinfleck: Sie genügen, um einer weißen Weste ihr reines Aussehen zu nehmen. Auf Weiß fällt der kleinste Fleck doppelt so stark auf.

Auch die moralische Unschuld ist schnell dahin. Hat man einmal einen Stempel auf die Stirn gedrückt bekommen, sitzt das Kainsmal bombenfest. Wenn dann Freunde die Straßenseite wechseln, hat man die Quittung erhalten.

Im virtuellen Netz ist die unbefleckte Weste geradezu verpönt.­ Wer dort mitspielen will, muss private Details offenbaren. Geklickt wird, wer sich auf der gestrigen Party daneben benommen hat. Am besten mit Pics und Comments. Das Internet hat uns die große Möglichkeit geschenkt, uns selbst mit Schmutz zu bewerfen. Mit jedem weiteren Upload oder Pinnwand-Eintrag suhlt man sich in der Pfütze. Die Flecken sind auch für potenzielle Arbeitgeber sichtbar. Dass diese sich für die Spuren unserer Freizeitgestaltung interessieren, ist moralisch genauso verwerflich.

Wie man es mit der weißen Wes­te auch hält, ob real oder virtuell, ob privat oder als Unternehmen, eines steht fest: Dreckig ist sie schnell. Sie wieder sauber zu bekommen, dauert lang.

Euer spree-Team.

Der Inhalt

Streik/Studieren

[Streik] – Der Gang der Geschichte
[Interview] – Grottian: Radikal werden
[Streik: Forderungen] – Was ihr wollt
[Contra] – So nicht
[Xen.On] – Fernsehen selber machen

Thema

[Im Profil] – Weiße Weste
[Plagiate] – Mit fremder Feder
[Textilindustrie] – Flecken auf unseren Westen
[Schnittmuster] – Mach’s dir selbst
[Bluttests] – Ein Tropfen voll Wahrheiten
[Religion] – Gebote sind zum Brechen da

Karriere

[Kolumne] – Weiße Westen im Marketing
[Touro College] – Geschichte lehren
[Improved Reading] – Scannen, Lesen, Verstehen
[Teach First] – Lehrer für einen guten Zweck

Stadtleben

[Architektur-Bücher] – Stein auf Stein
[Kino, DVD] – Rezensionen
[Styles & Skills] – Geschrammel und Pop

Die Ausgabe als PDF-Datei herunterladen.

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9. Februar 2010